Zufriedenheit

Alles in allem kann ich behaupten, dass dies ein erfolgreiches Jahr war (ohne den Tag vor dem Abend loben zu wollen). Am 22. November diesen Jahres durfte ich mich als „ein Jahr Nichtraucher“ bezeichnen. Besonders stolz war ich darauf nicht, zumal ich sowieso keine Entzugserscheinungen mehr hatte und mein Körper mir jeden Zug verbot, noch heute verbietet. Nichtrauchen war plötzlich selbstverständlich und leicht, Rauchen wurde zur Aversion und das ist auch gut so. Mit meiner Gesundheit ging es Stück für Stück bergauf, was ich freudig registrierte.

Das Bloggen erlahmte etwas, sehr viel gab es nicht zu berichten, außerdem war das wirklich einzig Wichtige meine Gesundheit. Obwohl ich mit bis zu zwölf Zigaretten täglich (das aber über Jahre hinweg), selbst gedreht und mit Filter, als „Leichtraucher“ galt, wurde mein Respirationstrakt doch in Mitleidenschaft gezogen. Das Flimmerhäärchen-Epithel verwandelt sich zum Schutz vor täglicher Tabakzufuhr in schleimproduzierende Becherzellen. Der Beginn einer chronischen Bronchitis, missachtet man diese, wird es die chronisch obstruktive Bronchitis, genannt COPD.

Ich würde sagen, dass ich knapp an einer chronischen Bronchitis vorbeischrappte. Und das wird auch so bleiben, angenehm war das nicht. Ein leichter Vorgeschmack dessen, was viele Raucher erwartet, wenn sie nicht aufhören: Komplettverschleimung mit pathologischer Zellenreaktion hin zum Erstickungstod. Wie unglaublich froh ich bin, das verhindert zu haben! :-)

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Empfehlenswert

Obwohl dieses einer der berühmten „liest-eh-kein-Schwein“-Blogs ist, kann ich jedem potenziellen Leser, der zufällig auch Raucher ist, nur empfehlen: Hör mit dem Rauchen auf.

Ich selbst habe es ja nun geschafft, denke nicht einmal mehr an irgendwelche Zigaretten und schließe mit Brechreiz das Fenster, sollte ein Nachbar auf seinem Balkon rauchen. Darüber freue ich mich (nicht über den Raucher, aber über den Brechreiz).

Wichtig für diesen Artikel sind nun meine Freunde und Bekannten, die während der letzten vier Jahre alleine durch das Rauchen reihenweise zusammenklappten (und unter anderem Motivation meines Rauchstopps darstellten):

  • Männlich, 54 Jahre: Schwerer Schlaganfall, halbseitige Lähmung, trotz Rehabilitation nach Jahren noch abhängig von alltäglicher Hilfe. Einziger Fortschritt: Der Rollstuhl kann zu Hause stehen bleiben, eine Geh-Hilfe tut’s dort auch.
  • Männlich, 65 Jahre: Kehlkopfkarzinom. Tot.
  • Männlich, 57 Jahre: Chronisch obstruktive Bronchitis und Raucherbein.
  • Weiblich, 66 Jahre: Chronisch obstruktive Bronchitis mit Lungen-Emphysem. Läuft heute mit Sauerstoffgerät und Geh-Hilfe durch die Gegend, benötigt ungefähr eine halbe Stunde, um sich anzuziehen, musste ihre lebhaften Hunde abgeben, da längere Spaziergänge nicht mehr möglich sind. Wartet im Gartenstuhl auf ihren langsamen, aber sicheren, Erstickungstod. War, bis auf das Rauchen, ihr Leben lang sportlich aktiv, schlank.
  • Weiblich, 59 Jahre: Schwerer Schlaganfall. Bis dahin sportlich, Raucherin, naturverbunden, schlank. Heute im Rollstuhl, derzeit Reha.
  • Männlich, 68 Jahre: Bronchialkarzinom. Weiteres unbekannt, zog sich aus dem sozialen Leben (außer Familie) zurück.
  • Männlich, 74 Jahre: Bronchialkarzinom. Tot.

Das hier ist kein Witz. Ich trieb mich einige Zeit in Seniorenchats herum, lernte deswegen einige Menschen kennen, die bis zu zwanzig Jahre älter als ich selbst waren, führe in meiner Liste aber auch Menschen dieser näheren, nicht virtuellen, Umgebung auf.

Vergesst Altkanzler Helmut Schmidt und alle anderen, die ihr zu eurer eigenen Beruhigung als Beispiele heran zieht. Es sind nicht nur Ausnahmen, es sind regelrechte Phänomene, die sich nach meiner Schätzung im Promille-Bereich bewegen. Die Normalität wurde oben beschrieben.

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Ein Angebot

Gestern sprach mich eine ältere Dame an, ich hätte so unglaublich viel Positives in meinen Augen, das wollte sie mir schon lange einmal gesagt haben. Darüber freute ich mich sehr. Dann erzählte sie mir ihre halbe Lebensgeschichte. Auch darüber freute ich mich. Dazu bekam ich ein Angebot (nicht von dieser Dame), ebenfalls sehr positiv.

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Nur Vorteile

Zeit für einen neuen Artikel. Ich möchte an dieser Stelle einmal aufzählen, welche Vorteile es hat, mit dem Rauchen aufzuhören, morgen sind es genau acht Monate.

  • Als Mitte-Vierzig-jähriger-nicht-mehr-Raucher fühlt man sich wie ein Ende-Zwanzig-jähriger-Raucher, also fast zwanzig Jahre jünger.
  • Bronchien frei, Lunge frei, tiefes Durchatmen, Sprechen und Lachen ohne jeden Hustenreiz wieder möglich (dafür pfiff ich mir von November bis Februar täglich Sinupret, Mucosolvan retard Hustenpille und je zwei Transpulmin-Inhalationen ein).
  • Kaum mehr Muskelkater (eigentlich gar keiner mehr), keine Gelenkschmerzen. Doppelte Strecken beim Schwimmen, Laufen, Radfahren, oder aber entsprechend höhere Geschwindigkeit bei gleicher Strecke.
  • Haut und Haare schöner. Aussehen allgemein viel frischer, gesünder und jünger.
  • Bessere Laune, weil viel fitter. Insgesamt sportlicher und kommunikativer.
  • „G’lüschte“, wie der Schwabe sagt, hören nach ungefähr drei Monaten auf. Dann beginnt das gesunde Essen wieder, man hat weder Bedürfnis nach Süßigkeiten und / oder Zigaretten (nach denen mir dieses Mal ja überhaupt nicht mehr war, und zwar vom Tag des Nichtrauchens an). Dank sportlicher Betätigung gerät man langsam aber sicher wieder in seine alte Form zurück.
  • Beim Staubwischen auf den Schränken eine klare silberne leichte Schicht. Kein Braun dazwischen, kein Teer, keine klebrige Schmiere. Eine um hundert Prozent erleichterte Arbeitssituation.

Es ist wirklich unglaublich. Eigentlich ist alles wieder wie früher, mit dem Unterschied, dass ich gesünder und fitter bin und eben einfach nicht mehr rauche. Weder bin ich fetter (nur noch ein bisschen, aber auch das wird ja momentan wieder) noch sonst etwas Negatives. Nach ein paar Runden Schwimmen hustete ich noch ein wenig, das ist die Selbstreinigung der Bronchien und Lunge, denn, so las ich kürzlich, erst nach neun Monaten haben sich die Flimmerhärchen wohl vollständig erholt. Einzig störend war eine Kopfrose, die ich mir durch zu intensive Sonnen-Einstrahlung im April am Hinterkopf geholt hatte, die Heilung war langwierig und hält noch an, aber es geht bergauf.

Kürzlich träumte ich kurz vor dem Aufwachen, dass ich am Schreibtisch sitze und arbeite. Plötzlich, von einer Sekunde zur nächsten, hatte ich eine brennende Zigarette in der Hand. Weder wusste ich, wie sie dort hinkam, noch, dass ich sie angezündet hatte. Ich erschrak, war ich doch jetzt absolut überzeugter Nichtraucher und gerade eben erst haben sich meine Flimmerhärchen vollständig erholt! Wie konnte ich nur so dumm sein?! Und ich wusste, ein Zug genügt, um wieder komplett rückfällig zu werden, das hatte ich schon einmal erlebt und dessen sollte sich jeder Ex-Raucher bewusst sein: Es gibt kein „ab und zu mal eine rauchen“, es gibt nur Null und zwar für immer. Dennoch führte ich mir die Zigarette zum Mund, dachte dabei noch „aber nur paffen, keine Lungenzüge!“ – und wachte Gott sei Dank in diesem Moment auf. Keine Zigarette weit und breit, klare Luft im Raum, mit der ich nun seit acht Monaten sehr freundschaftlich und gut zusammen lebe. Wie schön, wie gut, wie erleichternd (!), dass es nur ein Traum war!

Wenn ich ehrlich bin: Ich könnte gar nicht mehr rauchen, wüsste nicht mehr richtig wie es überhaupt geht. Alleine der Gedanke an nur einen Zug dieser klebrigen, staubigen, dreckigen und ungesunden Materie lässt mich davon überzeugt sein, dass ich den Hustenanfall meines Lebens bekäme, nach Luft ringen würde, eventuell mich übergeben (so weit war es ja beinahe schon im November, weswegen ich sofort aufhörte) und vor allem, dass meine armen, armen, armen (!) Flimmerhärchen, soeben, nach Monaten (!) der Mühe und Genesung, erholt, fit und aufrecht, mit einem Schlag k.o. geschlagen wären, getötet, vernichtet, umgenietet. Nie würde ich ihnen das wieder antun wollen.

In den acht Monaten hatte ich höchstens vier Mal je eine tausendstel Sekunde Lust auf eine Zigarette. Wenn ich einen Raucher sehe, ist mein einziger Gedanke: „Gott sei Dank habe ich das nun hinter mir!“ :-)

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Stolz darf ich sein

Ein Erfolg: Nachdem ich konsequent jede Kalorie, die ich zu mir nehme, und sei es nur ein Löffel Margarine auf das Brot, oder der Zucker in Kaffee und Tee, in eine Excel-Tabelle eintrug, dazu Grundumsatz und Gesamtbedarf meiner täglichen Fette und Kalorien ausrechnete, ebenso konsequent mit Geduld und ohne zu hungern täglich knapp darunter blieb, passten mit einem Mal wieder meine Hosen Größe vierzig. „Passten“ ist zuviel des Guten, sagen wir „der Knopf ging wieder zu“.

Da ich das tägliche Wiegen nicht vertrug, zumal es einem vorgaukelt, trotz aller Mühe nicht ein Gramm abzunehmen, wagte ich es erneut, und siehe da: In sechs Wochen voller Bewegung (nur im Wellness-Bereich ohne zu schuften) und ohne zu hungern fünf Kilo abgenommen. Das nenne ich Erfolgserlebnis!

Es gibt mir den Ansporn, weiterhin für den Rest meines Lebens das Rauchen zu lassen. Meine Freundinnen, die mir erklärten, nach wenigen Monaten der Abstinenz normalisiere sich der Stoffwechsel wieder, hatten Recht. Natürlich bin ich mir auch bewusst, dass meine Gene um einiges mehr als erwartet aus der Familie meines Vaters stammen, die zur Fettleibigkeit neigt, und natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass ich auf jeden Fall mein Gewicht stets kontrollieren muss.

Abgesehen davon, dass ich nicht nur ernährungs-, sondern nach Rauchstopp auch stoffwechselbedingt, so schnell abnahm, kann ich nur jedem empfehlen einmal genau auszurechnen, was er täglich zu sich nimmt. Eine gute Kalorien-Tabelle findet er beispielsweise hier. Ich verzichtete auf nichts, weder Fette, noch Kohlenhydrate, ich reduzierte lediglich dadurch, dass ich bewusster aß, darüber Buch führte, tägliche Kalorien langsam herunter schraubte, aber so, dass mein Körper keinerlei „Hungerzeiten“ signalisiert bekam und nie unter den Grundumsatz.

Nach stundenlanger Information über Theorien, Thesen und Hypothesen der Gewichtsreduktion und Diäten, kam ich zum Ergebnis, dass lediglich die Energie-Bilanz stimmen muss: Weniger Energie zu sich nehmen als frei zu setzen. Meine Rechnung ging auf.

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