Erst dachte ich, eine Asiatin läuft vor mir her: Klein, Schlauchkleid mit Trägern, dunkle Haare hochgesteckt, braungebrannt, niedrige Stöckelschuhe mit Pfennigabsatz. Dann fiel mir ein unbeholfener Gang auf. Dass sie nicht umknickte, war noch ein Wunder. Eine ungefähr Zwölfjährige rief sie und sie drehte sich um. Selber erst höchstens dreizehn. Riesige Sonnenbrille, so dass ihr Näschen kaum hervorguckte. Meine Güte, war das süß. Ihr Vater rief sie und mit unbeholfenen Schritten trippelte sie zu ihm. Was die Kinder sich alles einfallen lassen….“Miss Audrey Hepburn“, dachte ich. Fehlte nur noch der riesige Hut, mit dem diese in ihrem Klassiker „Frühstück bei Tiffany“ das Sing-Sing besuchte.
Der Weg in die Stadt
24. Juli 2008Mit dem Auto eine Katastrophe. Jede Ampel rot. Ewiges Stop and Go. Vor dem Parkhaus riesige Baustelle. Während ein Kaufhaus gebaut wird, muss man parallel natürlich noch die Straße aufreißen. Wie klug organisiert, selbst der Bus kommt kaum noch durch. Dann stehen zwei Damen mit Wimpel vor dem sowieso immer verstopften Parkhaus und lassen die Fahrer nur einspurig durch. Im Parkhaus: Ein Schweizer nach dem anderen (nichts für ungut, würde ich in der Schweiz leben, wäre auch ich ein guter Kunde Deutschlands). Stau, weil einer das Ausparken nicht gelernt hat. Der Weg zum Ziel: Eine einzige Umleitung auch für Fußgänger. Aber was rege ich mich auf? Seit zwanzig Jahren weiß ich, dass man in Konstanz, wie in fast jeder Stadt, mit dem Fahrrad schneller ist. Und trotzdem begehe ich ab und zu den Fehler, „mal eben schnell“ mit dem Auto zu fahren.
Gute Geschäftsleute
23. Juli 2008Gute Geschäftsleute bieten als Erstes die teuerste Ware an. Als ich gestern im Sanitätshaus nach einer Fußbandage fragte, holte die nette Verkäuferin (nett ist sie wirklich) eine Superbandage mit Gelkissen aus dem Regal. Sie passte. Als ich jedoch das Wort „Gel“ hörte, ahnte ich bereits, dass das Teil nicht billig ist, fragte nach dem Preis und fiel beinahe vom Hocker. Siebzig Euro. Man könne sich zehn Prozent vom Hausarzt verschreiben lassen, so erklärte sie. Ich lachte sie aus: „Patienten, die so gut wie schmerzfrei sind, bekommen nichts verschrieben“.
So überlegte ich, ob das eine Anschaffung für’s Leben sein könnte. Anders ausgedrückt: Wäre diese Bandage auf beide Füße zugeschnitten und könnte ich damit rechnen, innerhalb der nächsten fünfzig Jahre nochmals mit irgendeinem Fuß umzuknicken, dann wäre diese Anschaffung eine Überlegung wert. Sie passte aber nur jeweils auf den linken oder rechten Fuß. So müsste ich, wenn ich nochmals umknicke, wieder den rechten wählen. Weil ich aber wie jeder Mensch dazu neige unbewusst umzuknicken, lehnte ich ab. Viel zu teuer und wozu Gel?
Ich fragte nach billigeren Bandagen. Natürlich gab es sie. Lediglich zwanzig Euro. Na bitte, wusste ich es doch. Aber – na so ein Zufall! – die waren in meiner Größe nicht vorrätig. Sie könne mir gerne eine bestellen, innerhalb der nächsten zwei Tage sei sie da. Hier musste ich bedauern, dass mein Fuß sich innerhalb der nächsten zwei Tage sicher von selbst regeneriert habe, wie ich die Lage (übrigens richtig) einschätzte.
Am Schluss entschied ich mich für die gute alte Gelenkbandage, den dehnbaren vielseitig verwendbaren Verband. Und es setzte sich fort: Hier habe sie nur noch die Sieben-Meter-Bandage. Als ich hinter sie trat, um in die Schublade zu sehen, fand sie – na so ein Glück! – dann doch die kürzere.
Aber nett ist sie wirklich…
Umgeknickt
22. Juli 2008Gestern Abend beim Einkaufen fiel ich über eine Bordsteinkante. So etwas ist mir, glaube ich, die letzten dreißig Jahre nicht mehr passiert. Irgendwie war sie höher als ich sie einschätzte, dazu war ich durch eine „Diskussion“ (man könnte es auch Beinahe-Prügelei nennen) zweier Obdachloser abgelenkt, so dass ich mit der Kante meines Turnschuhes abrutschte und umknickte. Aber wie! Gott sei Dank habe ich lange gedehnte Sehnen. Mit der Wucht, mit der der Fuß abknickte, hätte ich bei kürzeren Bändern einen Abriss gehabt. Tatsächlich konnte ich ohne jeden weiteren Schmerz weiterlaufen, als sei nichts geschehen. Nach ein paar Stunden, es war zu erwarten, kam dann doch ein Schmerz, der auf eine leichte Zerrung schließen ließ. So griff ich zum Hausmittel aller Zeiten: Finalgonsalbe, dicke Socke drüber und mit Dreieckstuch fest umwickeln, als erste Stütze sozusagen. Aus meinem Sanitäter-Kurs weiß ich, dass viele den Fehler begehen, solche Stellen zu lange zu kühlen. Die Kühlung aber hilft nur als Erstmaßnahme gegen Schmerzen und Schwellungen. Natürlich braucht eine Entzündung Wärme, besser Hitze, nicht Kälte. Heute Morgen ist beinahe alles wie weggeblasen. Schwein gehabt. Werde mir später aber doch zur Sicherheit noch eine Fußbandage kaufen.
Allensbacher Wildpark
21. Juli 2008Heute mit meiner ehemaligen Mitarbeiterin und langjährigen Freundin im Wildpark Allensbach gewesen. Ihre beiden Kinder dabei. Wir:
- Rutschten auf Riesenrutschen
- Fuhren mindestens 8 x Wasserrutsche
- Fuhren Seilbahn
- Fuhren Karussell bis zum Beinahe-Erbrechen
- Schaukelten
- Fütterten Rehe, Damwild, Meerschweinchen und Kaninchen
- Aßen Bratwurst
- Guckten Wildschweine und Bären (wobei die Tochter meiner Freundin ihnen zurief, dass sie mal was tun sollen, am Besten in ihr Planschbecken springen)
- Fütterten Esel mit selbstgesammelten Äpfeln
- Hüpften Trampolin und Hüpfburg
- und lachten viel. „Wie die Kinder“.
Ein rundum gelungener schöner Tag. Ein super Tag.
Verfasst von almenbaer
Verfasst von almenbaer
Verfasst von almenbaer