Quallenplage

15. Juli 2008

Die Mittelmeerküsten werden alljährlich von immer größeren Quallenschwärmen aufgesucht. Es gibt nur Spekulationen über die Ursache. Erstens könnte es an der allgemeinen Erderwärmung liegen, zweitens an der Überfischung der Weltmeere (woran auch die Quallen beteiligt sind, ich wusste gar nicht, dass sie kleine Fische fressen) und drittens wird spekuliert, dass durch die zunehmende Austrocknung der Flüsse nicht mehr genügend Süßwasser in die Küstenregionen gespült wird. Weil Quallen salzreiche Gewässer bevorzugen, halten sie sich nach dritter Theorie nun immer häufiger in Küstennähe auf.

Ich dachte an Heuschreckenschwärme und an diejenigen amerikanischen Farmer, die aus der Not eine Tugend machten. Sie brieten die Heuschrecken und aßen sie, somit schufen sie den Ausgleich zu ihrer zerstörten Ernte, verhungerten nicht und bekämpften zugleich die Heuschreckenplage. Ob man auch Quallen braten kann, aus welcher Substanz sie bestehen und ähnliches fragte ich mich, recherchierte im Internet und stellte fest, dass Japaner, Chinesen, anderweitige Asiaten und streckenweise auch Spanier sie längst ihrem Speiseplan hinzugefügt haben, diese Meerestiere tatsächlich braten, zudem ein verwertbares Protein entdeckten, das auch zur Herstellung von Gelee und Kosmetika geeignet ist. Quallen seien eiweißreich und nicht nur fettarm, sondern ohne irgendwelche Fette sehr gesund, dazu geschmacklos, somit würzfähig wie Tofu und Soja.