Gute Geschäftsleute

23. Juli 2008

Gute Geschäftsleute bieten als Erstes die teuerste Ware an. Als ich gestern im Sanitätshaus nach einer Fußbandage fragte, holte die nette Verkäuferin (nett ist sie wirklich) eine Superbandage mit Gelkissen aus dem Regal. Sie passte. Als ich jedoch das Wort „Gel“ hörte, ahnte ich bereits, dass das Teil nicht billig ist, fragte nach dem Preis und fiel beinahe vom Hocker. Siebzig Euro. Man könne sich zehn Prozent vom Hausarzt verschreiben lassen, so erklärte sie. Ich lachte sie aus: „Patienten, die so gut wie schmerzfrei sind, bekommen nichts verschrieben“.

So überlegte ich, ob das eine Anschaffung für’s Leben sein könnte. Anders ausgedrückt: Wäre diese Bandage auf beide Füße zugeschnitten und könnte ich damit rechnen, innerhalb der nächsten fünfzig Jahre nochmals mit irgendeinem Fuß umzuknicken, dann wäre diese Anschaffung eine Überlegung wert. Sie passte aber nur jeweils auf den linken oder rechten Fuß. So müsste ich, wenn ich  nochmals umknicke, wieder den rechten wählen. Weil ich aber wie jeder Mensch dazu neige unbewusst umzuknicken, lehnte ich ab. Viel zu teuer und wozu Gel?

Ich fragte nach billigeren Bandagen. Natürlich gab es sie. Lediglich zwanzig Euro. Na bitte, wusste ich es doch. Aber – na so ein Zufall! – die waren in meiner Größe nicht vorrätig. Sie könne mir gerne eine bestellen, innerhalb der nächsten zwei Tage sei sie da. Hier musste ich bedauern, dass mein Fuß sich innerhalb der nächsten zwei Tage sicher von selbst regeneriert habe, wie ich die Lage (übrigens richtig) einschätzte.

Am Schluss entschied ich mich für die gute alte Gelenkbandage, den dehnbaren vielseitig verwendbaren Verband. Und es setzte sich fort: Hier habe sie nur noch die Sieben-Meter-Bandage. Als ich hinter sie trat, um in die Schublade zu sehen, fand sie – na so ein Glück! – dann doch die kürzere.

Aber nett ist sie wirklich… ;-)