Von Jahr zu Jahr bewundernswert

Jedes Jahr stehe ich vor meinem offenen Fenster und bestaune die emsigen kleinen Spinnen, die ihre Netze in einer bestimmten Ecke basteln, als hätten sie die Flugbahn der Mücken berechnet.

Woher wissen sie das? Kann man bei Spinnentieren von „Instinkten“ sprechen? Sind es „liebevoll von Spinnen-Mutti beigebrachte Fähigkeiten“? ;-) Oder beobachten sie die Insekten, hirnen und rechnen, setzen Maß und Winkel, um dann ihr Werk zu beginnen, das sie in faszinierend wenigen Stunden vollenden? Es sind ja keine alten Hasen, die von Jahr zu Jahr wiederkehren, es sind junge Spinnen, die im Verlauf des Sommers noch wachsen.

Oder der Deckenfluter in meiner Wohnung. Leicht gedimmt lockt er Insekten an, die bei geöffnetem Fenster das Licht suchen. Jedes Jahr entsteht in dessen Lichtkegel oben an der Decke ein Spinnennetz.

Natürlich wäre das Phänomen beispielsweise so zu erklären: „The Fittest“ aus dem Drama „Survival of the Fittest“ bauten vor etlichen Jahrmillionen ihre Netze rein zufällig in bestimmte Lichtverhältnisse hinein, so dass ihnen das Fressen direkt ins Netz flog, dass sie feiern und speisen konnten, immer gesünder und kräftiger wurden, somit andere Zeitgenossen verdrängten, die ihre Netze (schön blöd) in dunkler Umgebung montierten, somit vergeblich warteten und kläglich verhungerten.

Trotzdem faszinierend. Und vor allem praktisch, denn seit Jahren benötige ich keinerlei Insektenspray, ganz selten mal eine Fliegenklatsche und das war’s dann. Meine Wohnung ist, obwohl ich in schwül-warmer Gegend lebe, so gut wie mückenfrei.

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