Zeit für einen neuen Artikel. Ich möchte an dieser Stelle einmal aufzählen, welche Vorteile es hat, mit dem Rauchen aufzuhören, morgen sind es genau acht Monate.
- Als Mitte-Vierzig-jähriger-nicht-mehr-Raucher fühlt man sich wie ein Ende-Zwanzig-jähriger-Raucher, also fast zwanzig Jahre jünger.
- Bronchien frei, Lunge frei, tiefes Durchatmen, Sprechen und Lachen ohne jeden Hustenreiz wieder möglich (dafür pfiff ich mir von November bis Februar täglich Sinupret, Mucosolvan retard Hustenpille und je zwei Transpulmin-Inhalationen ein).
- Kaum mehr Muskelkater (eigentlich gar keiner mehr), keine Gelenkschmerzen. Doppelte Strecken beim Schwimmen, Laufen, Radfahren, oder aber entsprechend höhere Geschwindigkeit bei gleicher Strecke.
- Haut und Haare schöner. Aussehen allgemein viel frischer, gesünder und jünger.
- Bessere Laune, weil viel fitter. Insgesamt sportlicher und kommunikativer.
- “G’lüschte”, wie der Schwabe sagt, hören nach ungefähr drei Monaten auf. Dann beginnt das gesunde Essen wieder, man hat weder Bedürfnis nach Süßigkeiten und / oder Zigaretten (nach denen mir dieses Mal ja überhaupt nicht mehr war, und zwar vom Tag des Nichtrauchens an). Dank sportlicher Betätigung gerät man langsam aber sicher wieder in seine alte Form zurück.
- Beim Staubwischen auf den Schränken eine klare silberne leichte Schicht. Kein Braun dazwischen, kein Teer, keine klebrige Schmiere. Eine um hundert Prozent erleichterte Arbeitssituation.
Es ist wirklich unglaublich. Eigentlich ist alles wieder wie früher, mit dem Unterschied, dass ich gesünder und fitter bin und eben einfach nicht mehr rauche. Weder bin ich fetter (nur noch ein bisschen, aber auch das wird ja momentan wieder) noch sonst etwas Negatives. Nach ein paar Runden Schwimmen hustete ich noch ein wenig, das ist die Selbstreinigung der Bronchien und Lunge, denn, so las ich kürzlich, erst nach neun Monaten haben sich die Flimmerhärchen wohl vollständig erholt. Einzig störend war eine Kopfrose, die ich mir durch zu intensive Sonnen-Einstrahlung im April am Hinterkopf geholt hatte, die Heilung war langwierig und hält noch an, aber es geht bergauf.
Kürzlich träumte ich kurz vor dem Aufwachen, dass ich am Schreibtisch sitze und arbeite. Plötzlich, von einer Sekunde zur nächsten, hatte ich eine brennende Zigarette in der Hand. Weder wusste ich, wie sie dort hinkam, noch, dass ich sie angezündet hatte. Ich erschrak, war ich doch jetzt absolut überzeugter Nichtraucher und gerade eben erst haben sich meine Flimmerhärchen vollständig erholt! Wie konnte ich nur so dumm sein?! Und ich wusste, ein Zug genügt, um wieder komplett rückfällig zu werden, das hatte ich schon einmal erlebt und dessen sollte sich jeder Ex-Raucher bewusst sein: Es gibt kein “ab und zu mal eine rauchen”, es gibt nur Null und zwar für immer. Dennoch führte ich mir die Zigarette zum Mund, dachte dabei noch “aber nur paffen, keine Lungenzüge!” – und wachte Gott sei Dank in diesem Moment auf. Keine Zigarette weit und breit, klare Luft im Raum, mit der ich nun seit acht Monaten sehr freundschaftlich und gut zusammen lebe. Wie schön, wie gut, wie erleichternd (!), dass es nur ein Traum war!
Wenn ich ehrlich bin: Ich könnte gar nicht mehr rauchen, wüsste nicht mehr richtig wie es überhaupt geht. Alleine der Gedanke an nur einen Zug dieser klebrigen, staubigen, dreckigen und ungesunden Materie lässt mich davon überzeugt sein, dass ich den Hustenanfall meines Lebens bekäme, nach Luft ringen würde, eventuell mich übergeben (so weit war es ja beinahe schon im November, weswegen ich sofort aufhörte) und vor allem, dass meine armen, armen, armen (!) Flimmerhärchen, soeben, nach Monaten (!) der Mühe und Genesung, erholt, fit und aufrecht, mit einem Schlag k.o. geschlagen wären, getötet, vernichtet, umgenietet. Nie würde ich ihnen das wieder antun wollen.
In den acht Monaten hatte ich höchstens vier Mal je eine tausendstel Sekunde Lust auf eine Zigarette. Wenn ich einen Raucher sehe, ist mein einziger Gedanke: „Gott sei Dank habe ich das nun hinter mir!“