Empfehlenswert

Obwohl dieses einer der berühmten “liest-eh-kein-Schwein”-Blogs ist, kann ich jedem potenziellen Leser, der zufällig auch Raucher ist, nur empfehlen: Hör mit dem Rauchen auf.

Ich selbst habe es ja nun geschafft, denke nicht einmal mehr an irgendwelche Zigaretten und schließe mit Brechreiz das Fenster, sollte ein Nachbar auf seinem Balkon rauchen. Darüber freue ich mich (nicht über den Raucher, aber über den Brechreiz).

Wichtig für diesen Artikel sind nun meine Freunde und Bekannten, die während der letzten vier Jahre alleine durch das Rauchen reihenweise zusammenklappten (und unter anderem Motivation meines Rauchstopps darstellten):

  • Männlich, 54 Jahre: Schwerer Schlaganfall, halbseitige Lähmung, trotz Rehabilitation nach Jahren noch abhängig von alltäglicher Hilfe. Einziger Fortschritt: Der Rollstuhl kann zu Hause stehen bleiben, eine Geh-Hilfe tut’s dort auch.
  • Männlich, 65 Jahre: Kehlkopfkarzinom. Tot.
  • Männlich, 57 Jahre: Chronisch obstruktive Bronchitis und Raucherbein.
  • Weiblich, 66 Jahre: Chronisch obstruktive Bronchitis mit Lungen-Emphysem. Läuft heute mit Sauerstoffgerät und Geh-Hilfe durch die Gegend, benötigt ungefähr eine halbe Stunde, um sich anzuziehen, musste ihre lebhaften Hunde abgeben, da längere Spaziergänge nicht mehr möglich sind. Wartet im Gartenstuhl auf ihren langsamen, aber sicheren, Erstickungstod. War, bis auf das Rauchen, ihr Leben lang sportlich aktiv, schlank.
  • Weiblich, 59 Jahre: Schwerer Schlaganfall. Bis dahin sportlich, Raucherin, naturverbunden, schlank. Heute im Rollstuhl, derzeit Reha.
  • Männlich, 68 Jahre: Bronchialkarzinom. Weiteres unbekannt, zog sich aus dem sozialen Leben (außer Familie) zurück.
  • Männlich, 74 Jahre: Bronchialkarzinom. Tot.

Das hier ist kein Witz. Ich trieb mich einige Zeit in Seniorenchats herum, lernte deswegen einige Menschen kennen, die bis zu zwanzig Jahre älter als ich selbst waren, führe in meiner Liste aber auch Menschen dieser näheren, nicht virtuellen, Umgebung auf.

Vergesst Altkanzler Helmut Schmidt und alle anderen, die ihr zu eurer eigenen Beruhigung als Beispiele heran zieht. Es sind nicht nur Ausnahmen, es sind regelrechte Phänomene, die sich nach meiner Schätzung im Promille-Bereich bewegen. Die Normalität wurde oben beschrieben.

Dieser Beitrag wurde unter Alltag, Endometriose, Frauenrechte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Empfehlenswert

  1. anna schreibt:

    Ich, Nicht-Raucherin, lese jetzt Deinen Blog. Bin ich ein Schwein? ;-)

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